Darmkrebsvorsorge

Gallensteine

Gallensteine sind feste Partikel, die sich in der Gallenblase oder den Gallenwegen bilden können. Die Gallenblase ist ein kleines Organ unter der Leber, das Galle speichert, eine Flüssigkeit, die bei der Verdauung von Fetten hilft. Gallensteine können aus Cholesterin, Bilirubin (einem Abbauprodukt der roten Blutkörperchen) oder einer Mischung beider Substanzen bestehen. Sie können unterschiedliche Größen haben – von winzigen Körnchen bis hin zu größeren Steinen, die die Größe eines Golfballs erreichen können.

Ursachen und Risikofaktoren:

Die Ursache für die Entstehung von Gallensteinen ist meistens vielfältig und wird erhöht durch folgende Faktoren:

  • Übergewicht oder Fettleibigkeit: Dies führt zu einer höheren Cholesterinproduktion in der Leber, was die Bildung von Cholesterinsteinen begünstigen kann
  • Schwangerschaft: Hormonelle Veränderungen während der Schwangerschaft können die Bildung von Gallensteinen fördern
  • Alter: Gallensteine treten häufiger bei älteren Menschen auf
  • Ernährung: Eine fett- und cholesterinreiche Ernährung kann das Risiko für Gallensteine erhöhen
  • Genetik: Eine familiäre Häufung von Gallensteinen kann auftreten
  • Diabetes: Besonders bei Menschen mit Typ-2-Diabetes ist das Risiko erhöht
  • Medikamente: Einige Medikamente, wie z.B. solche zur Senkung des Cholesterinspiegels, können das Risiko ebenfalls steigern

Symptome von Gallensteinen:

¾ der Patienten mit Gallensteinen werden nie Beschwerden entwickeln. In gut 25% der Fälle kann es, klassischerweise nach einer üppigen, fettreichen Mahlzeit, zu einer Blockierung der Gallenwege mit folgenden Symptomen kommen:

  • Kolikartige, starke Schmerzen im rechten Oberbauch mit oft Ausstrahlung in den Rücken oder die rechte Schulter
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut und Augen)
  • Dunkler Urin und heller Stuhl

Diagnose von Gallensteinen:

Gallensteine können durch verschiedene Untersuchungen diagnostiziert werden:

  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie): Die gängigste Methode, um Gallensteine zu erkennen. Sie ist schmerzfrei, nicht-invasiv und bietet eine hohe Treffsicherheit
  • Endosonographie: Mit der Endosonographie lassen sich auch kleinste Steine entlang des gesamten Gallengangs feststellen
  • CT-Scan: Eine Computertomographie wird eher selten eingesetzt, da nicht alle Steine mit der Röntgenmethode erfasst werden können
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Eine MRT-Untersuchung (MRCP) bietet detaillierte Bilder der Gallenwege und kann blockierte Gallenwege sichtbar machen

Behandlung von Gallensteinen:

Symptomlose Gallensteine benötigen keiner Behandlung. Sollten indessen Symptome auftreten oder Komplikationen wie eine Gallenblasenentzündung (Cholezystitis) oder eine Blockade der Gallenwege auftreten, ist eine Behandlung erforderlich. Zu den gängigen Behandlungsmöglichkeiten gehören:

  • Chirurgische Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie): Dies ist die häufigste Behandlung, insbesondere wenn die Gallensteine Schmerzen oder Komplikationen verursachen. Der Eingriff erfolgt meist laparoskopisch (mit kleinen Einschnitten und einer Kamera) und ist minimal invasiv
  • Endoskopische Behandlung (ERCP): Wenn ein Gallenstein die Gallenwege blockiert, kann eine sogenannte endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP) notwendig sein. Dabei wird das Endoskop in den Zwölffingerdarm eingeführt, um Steine aus den Gallenwegen zu entfernen
  • Medikamentöse Therapie: Die medikamentöse Auflösung der Steine wird kaum angewandt, insbesondere aufgrund der unzureichenden Wirksamkeit. Kann aber in Einzelfällen zur Vermeidung von erneutem Auftreten eingesetzt werden

Lebensstil und Vorbeugung:

Obwohl es keine garantierte Methode gibt, Gallensteine zu verhindern, können einige Änderungen im Lebensstil helfen, das Risiko zu senken:

  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Ballaststoffen und arm an gesättigten Fetten ist, kann helfen, das Risiko zu verringern
  • Regelmäßige Bewegung: Körperliche Aktivität hilft, ein gesundes Gewicht zu halten und das Risiko von Gallensteinen zu verringern
  • Vermeidung von schnellen Gewichtsverlusten: Ein schneller Gewichtsverlust kann die Bildung von Gallensteinen begünstigen, da er die Cholesterinproduktion im Körper steigern kann

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Wenn Sie plötzlich starke Bauchschmerzen haben, die länger anhalten, Übelkeit, Erbrechen oder Gelbsucht entwickeln, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Diese Symptome können auf das Vorliegen von Gallensteinen hinweisen und erfordern eine sofortige Untersuchung.

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