Stuhlinkontinenz und Verstopfung
Eine Sprechstunde für Stuhlinkontinenz und Verstopfung (auch bekannt als "funktionelle Koloproktologie-Sprechstunde" oder „Beckenbodensprechstunde“) ist ein spezialisiertes medizinisches Angebot zur Abklärung, Diagnostik und Behandlung von Funktionsstörungen des Enddarms und Beckenbodens.
Diese Spezial-Sprechstunde erfolgt in Zusammenarbeit mit:
Zielgruppe der Sprechstunde
- Patienten mit Stuhlinkontinenz (unwillkürlicher Stuhlabgang)
- Patienten mit chronischer Verstopfung (Obstipation)
- Patienten mit Entleerungsstörungen oder dem Gefühl unvollständiger Darmentleerung
- Personen mit Beckenbodensenkung, z. B. Rektumprolaps oder Rektozele
- Patienten mit wiederkehrenden Problemen nach früheren Operationen im Beckenbereich
Was wird in der Sprechstunde angeboten?
Anamnese und klinische Untersuchung
- Detailliertes Gespräch zu Beschwerden, Ernährung, Medikamenten und Stuhlverhalten
- Gynäkologische/urologische/chirurgische Mitbeteiligung bei Bedarf (z. B. bei Senkungsbeschwerden)
- Proktologische Tastuntersuchung und Inspektion
Diagnostik (je nach Fall):
- Anorektale Manometrie: Messung der Schließmuskelfunktion und Koordination
- Endosonographie des Analkanals: Beurteilung des Schließmuskels
- Defäkographie oder MRT-Defäkographie: Darstellung des Beckenbodens und der Stuhlentleerung
- Colon-Transitzeitbestimmung: Analyse der Darmbewegung bei chronischer Verstopfung
- Darmspiegelung (Koloskopie): falls ein strukturelles Problem vermutet wird
Therapieberatung:
Konservative Maßnahmen:
- Ernährungsberatung (z. B. Ballaststoffe, Flüssigkeit, Probiotika)
- Toilettentraining und Stuhlregulation
- Biofeedback-Therapie
- Beckenbodentraining (Physiotherapie)
- Medikamentöse Therapie (z. B. Abführmittel, Antidiarrhoika)
Interventionelle/operative Verfahren (nur bei Bedarf):
Ziel der Sprechstunde
- Individuelle und ursachenorientierte Behandlung
- Verbesserung der Lebensqualität und Alltagsfunktion
- Vermeidung unnötiger Operationen