Darmkrebsvorsorge

Leberbiopsie

Eine Leberbiopsie ist ein medizinischer Eingriff, bei dem mit einer speziellen Nadel eine Gewebeprobe aus der Leber entnommen wird. Die entnommene Probe wird mikroskopisch untersucht, um: 

  • Die Ursache von Lebererkrankungen zu bestimmen
  • Das Stadium der Vernarbung, Entzündungen oder Stoffwechselerkrankungen genauer einzuschätzen.

Indikationen

Eine Leberbiopsie wird durchgeführt, wenn andere diagnostische Methoden wie Bluttests oder bildgebende Verfahren nicht ausreichen, um die Ursache oder das Ausmass einer Lebererkrankung zu klären.

Typische Gründe für die Durchführung: 

  • Abklärung chronischer Lebererkrankungen, z. B.: 
  • Fettlebererkrankung (MASLD/MASH) 
  • Autoimmunhepatitis oder Virushepatitis 
  • Bewertung der Fibrose oder Zirrhoseprogression
  • Unklare Ursachen für auffällige Leberwerte 
  • Verdacht auf bösartige Erkrankungen wie Lebertumoren

Vorbereitung

Damit die Untersuchung sicher durchgeführt werden kann, sind bestimmte Massnahmen erforderlich:

  • Nahrung und Flüssigkeit: 6 Stunden vorher dürfen Sie nichts mehr Essen oder Trinken. 
  • Blutverdünnende Medikamente: Falls Sie Medikamente wie Sintrom,  Marcoumar,  Xarelto,  Aspirin oder Plavix einnehmen, müssen diese in Absprache mit Ihrem Arzt rechtzeitig abgesetzt werden, um das Blutungsrisiko zu minimieren. 

Ablauf der Untersuchung

  • Die Leberbiopsie findet im medizinischen Ambulatorium des Spitals Thun statt und wird von unseren spezialisierten Fachpersonen durchgeführt 
  • Standortbestimmung:  Mit Hilfe von Ultraschall wird der genaue Punkt für die Gewebeentnahme festgelegt
  • Ausgiebige Desinfektion 
  • Lokale Betäubung 
  • Einführung einer feinen Biopsienadel durch einen kleinen Einstich zwischen den unteren rechten Rippen in die Leber
  • Gewebeentnahme, die nur wenige Sekunden dauert
  • Nach der Entnahme wird die Einstichstelle verbunden

Nach der Untersuchung

Nach der Biopsie werden Überwachung und Vorsichtsmassnahmen getroffen, um Komplikationen zu vermeiden:

  • Überwachung: Sie bleiben mindestens  vier Stunden unter ärztlicher Beobachtung
  • Körperliche Schonung: Keine körperliche Anstrengung in den ersten 24 Stunden
  • Vermeiden Sie in dieser Zeit allein zu Hause zu sein
  • Verkehrstüchtigkeit: Falls Beruhigungs- oder Schmerzmittel verabreicht wurden, dürfen Sie für 12 Stunden nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen 
  • Eine Begleitperson ist erforderlich

Mögliche Nebenwirkungen 

Die Leberbiopsie gilt als risikoarmer Eingriff, dennoch können in seltenen Fällen Nebenwirkungen auftreten: 

Häufige Nebenwirkungen (mild): 

  • Schmerzen an der Einstichstelle:  Können mit Schmerzmitteln behandelt werden

Seltene Komplikationen:

  • Blutungen: In weniger als 1 % der Fälle
  • Verletzungen nahegelegener Organe: Gallenblase oder Lunge (Risiko: 0,1 %) 

Warnzeichen nach der Biopsie:

  • Zunehmende Schmerzen
  • Schwindel, Atemnot oder Blutungen
  • Sollten diese Symptome auftreten, begeben Sie sich umgehend in die Notaufnahme
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