Bauchschmerzen
Bauchschmerzen sind ein häufiges Symptom, das von einer Vielzahl von Ursachen herrühren kann und sowohl akute als auch chronische Formen annehmen kann. Sie umfassen Schmerzen im Bereich des Abdomens, das vom Zwerchfell bis zum Becken reicht. Je nach Lokalisation, Intensität und Art des Schmerzes (z. B. kolikartig, dumpf, schneidend) können Bauchschmerzen auf eine Vielzahl von Erkrankungen hinweisen.
Epidemiologie
Bauchschmerzen sind ein sehr häufiges Symptom und betreffen Menschen jeden Alters. In der Allgemeinbevölkerung ist die Prävalenz von Bauchschmerzen relativ hoch, wobei insbesondere Kinder und junge Erwachsene betroffen sind. In Notaufnahmen und Hausarztpraxen gehören Bauchschmerzen zu den häufigsten Konsultationen. Sie können sowohl harmlose, vorübergehende Beschwerden als auch Anzeichen schwerwiegenderer Erkrankungen darstellen.
Differentialdiagnosen
Die Ursachen von Bauchschmerzen sind vielfältig und beinhalten sowohl gastrointestinale als auch nicht-gastrointestinale Erkrankungen. Zu den häufigsten Differenzialdiagnosen gehören:
Gastrointestinale Ursachen (u.a.)
Akute Ursachen
- Akute Appendizitis: Entzündung des Wurmfortsatzes
- Pankreatitis: Entzündung der Bauchspeicheldrüse
- Darmverschluss (Ileus): Mechanische oder funktionelle Obstruktion des Darms
- Cholezystitis und Cholelithiasis: Entzündung der Gallenblase oder Gallensteine
Chronische Ursachen
- Gastritis und peptische Ulzera: Entzündungen bzw. Geschwüre im Magen-Darm-Trakt
- Reizdarmsyndrom (RDS): Chronische Beschwerden ohne erkennbare organische Ursache
- Entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa).
- Zöliakie (Glutenunverträglichkeiten)
Nicht-gastrointestinale Ursachen (u.a.)
- Urogenitale Ursachen: Nierensteine, Harnwegsinfekte, Blasenentzündungen
- Gynäkologische Ursachen: Eileiterschwangerschaft, Ovarialzysten, Endometriose
- Kardiovaskuläre Ursachen: Herzinfarkt (besonders bei älteren Patienten oder Diabetikern)
- Muskel-Skelett-Erkrankungen: z. B. Muskelverspannungen oder -verletzungen im Bauchbereich
Erwartete Untersuchungen für eine Diagnosestellung
Anamnese
- Art, Dauer, Intensität und Lokalisation des Schmerzes
- Begleiterscheinungen (z. B. Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Gewichtsverlust)
- Vorherige medizinische Vorgeschichte (z. B. chronische Erkrankungen, Medikamente)
- Ernährungsgewohnheiten und Lebensstil (z. B. Alkohol, Rauchen)
Körperliche Untersuchung
- Inspektion: Auffälligkeiten wie Bauchdehnung, Hautveränderungen
- Palpation: Abtasten des Abdomens zur Beurteilung von Schmerzempfindlichkeit, Abwehrspannung oder tastbaren Tumoren
- Perkussion und Auskultation: Untersuchung der Darmgeräusche und möglicher Klopfschmerz
- Digitale rektale Untersuchung: Zur Beurteilung von rektalen Erkrankungen
Laboruntersuchungen (exemplarisch)
- Blutbild, Leberenzyme, Amylase, Lipase, ggf. Urinuntersuchung, ggf. Entzündungsmarker, sonstige spezifische Marker je nach Fragestellung (wie bspw. Frage nach Zöliakie?), Stuhluntersuchungen (Infektionen, Entzündungsmarker im Stuhl (Calprotectin), Funktion der Bauchspeicheldrüse (Elastase) bspw.)
Bildgebende Verfahren (u.a.)
- Ultraschall (Sonografie): Häufig eingesetzt zur Beurteilung von Organen wie Leber, Gallenblase, Nieren, Milz und/oder Bauchwand
- CT oder MRT
Endoskopie (Gastroskopie, Koloskopie): Bei Verdacht auf entzündliche Erkrankungen oder Tumoren des Magen-Darm-Trakts. (Die Liste ist nicht vollständig, je nach spezieller Fragestellung können weitere Untersuchungen hinzukommen)