Darmkrebsvorsorge

Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind erweiterte Gefässpolster im Bereich des Analkanals, die bei Vergrösserung Beschwerden verursachen können. Diese Gefässpolster sind ein normaler Bestandteil der Feinabdichtung des Anus, werden aber pathologisch, wenn sie anschwellen oder nach aussen treten.

Ursachen

Lebensstil- und verhaltensbedingt

  • Chronische Verstopfung und Pressen beim Stuhlgang
  • Niedrige Ballaststoffaufnahme
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht

Körperliche Belastung

  • Schwangerschaft und Geburt (erhöhter Druck auf das Beckenbodenvenensystem)
  • Schweres Heben

Andere Faktoren

  • Genetische Veranlagung (Bindegewebsschwäche)
  • Alterungsprozesse (Verschlechterung der Gefässelastizität)

Symptome

  • Helles Blut auf dem Stuhl, Toilettenpapier oder in der Toilette (rektale Blutung)
  • Juckreiz, Brennen oder Nässen im Analbereich
  • Fremdkörpergefühl oder Druckgefühl im After
  • Schmerzen (v.a. bei Thrombose oder Prolaps strangulierter Hämorrhoiden)
  • Knotenbildung oder Vorwölbung am After
  • Gelegentlich: Stuhlschmieren oder leichte Inkontinenz

Klassifikation der inneren Hämorrhoiden (nach Schweregrad)

  • Grad I: Vergrösserte Gefässpolster, nicht sicht- oder tastbar, nur durch Endoskopie erkennbar
  • Grad II: Prolaps bei Pressen, spontan rückläufig
  • Grad III: Prolaps, der manuell reponiert werden muss
  • Grad IV: Permanenter, nicht reponierbarer Prolaps

Untersuchung

Gespräch mit dem Arzt/der Ärztin

Körperliche Untersuchung

  • Inspektion des Afters (sichtbare Hämorrhoiden, Ekzeme, Prolaps)
  • Rektale Untersuchung (Palpation auf Knoten, Tumoren, Tonus des Schliessmuskels)
  • Proktoskopie (Untersuchung des Analkanals und der inneren Hämorrhoiden)

Zusatzdiagnostik (bei unklaren Blutungen):

  • Rektoskopie oder Koloskopie (zum Ausschluss von anderen Ursachen wie Polypen, Tumoren)

Behandlung

Konservative Therapie

  • Lebensstiländerungen:
    • Ballaststoffreiche Ernährung (Obst, Gemüse, Vollkorn)
    • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
    • Regelmässige Bewegung
    • Vermeidung von Pressen
  • Lokale Behandlung:
    • Salben oder Zäpfchen mit entzündungshemmenden, juckreizstillenden oder abschwellenden Wirkstoffen (z.B. Hamamelis, Lidocain, Hydrocortison)
    • Sitzbäder (z.B. mit Kamille oder Eichenrinde) zur Linderung von Beschwerden

Interventionelle Verfahren (bei höhergradigen Hämorrhoiden, v.a. Grad II–III):

  • Gummibandligatur

Chirurgische Behandlung (bei ausgeprägtem Befund Grad III–IV oder Komplikationen)

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